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Rollerunfall? Come On! – Oder: Wer wird denn da so zimperlich sein?!

Liebste und treue Leser,

heut habe ich etwas für die Sensationsbegeisterten unter Euch. Haltet Euch fest, es wird auf jeden Fall blutig. In jedem Semester auf Bali werden Statistiken darüber erhoben, wie viele Erkrankungen es im Schnitt gegeben hat und wer sich wie oft mit seinem Roller auf die Strasse gepackt hat. Zu diesen Statistiken gehören aber auch sämtliche Unfälle, die in irgendeiner Weise mit einem Roller zu tun hatten. Das reicht dann von „da hat doch tatsächlich jemand den Asphalt hoch geklappt als ich nach…ja wie viele Bier waren es eigentlich…nach Hause fahren wollte“ bis hin zu „Häh wie jetzt? Mein Roller hat keinen Rückwärtsgang…konnt ihn nicht mehr halten…umgefallen!“. Wir geben uns seit 2,5 Monaten die größte Mühe, nicht in dieser Statistik erscheinen zu müssen. Aber wie mein Opa (ich muss Dich schon wieder zitieren…bist eben einfach zu weise!) immer so schön sagt: „Glaube keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast!“. Und so kam es wie es kommen musste. Wir gehen mit folgenden Worten in die Geschichte ein: Mein Rollerständer ist gemein, greift einfach so meinen Fuss an!

Tatort: Bali. Seminyak. Beach 66.

Täter: Frau Madlen Richter.

Tatbestand: Körperverletzung.

Opfer: rechter Fuss. Nagel großer Zeh.

Tathergang: Madlen hat, wie sie so schön sagte, etwas total doofes gemacht. Komplize: Rollerständer eines Honda Vario.

Geständnis der Täterin: Ich wollte meinen Roller aus einer Parklücke schieben. Meine Freundin half mir dabei, indem sie einen im Weg stehenden Roller beiseite räumte. Ich schob meinen Roller mit ausgeklapptem Ständer noch 2-3 Meter, um mir an geeigneter Stelle festes Schuhwerk anzuziehen. Dazu kam ich leider nicht mehr. Mein Komplize rammte sich selbst in meinen großen Zeh und riss mir dabei mutwillig meinen Nagel aus dem Nagelbett. Zeugen kann ich keine benennen, da ich mich nach dem Zusammenstoß im Schockzustand befand.

Ersthelfer: Frau Ina Paersch und Frau Mareen Kuhn

Erste Schadenseinschätzung und Diagnose: Patientin stabil. Stark blutende Wunde. Irreparable psychische Schäden.

Medikation: Jod. Wunde abgedeckt mit Pflaster und Tüchern…zusammengeklebt und fertig.

Ich hoffe Ihr könnt dieser kurzen Beschreibung den Tathergang entnehmen. Madlen hatte sich also dummerweise den Nagel aus dem Nagelbett gerissen. Wir beschlossen den Patienten zunächst in die Villa abzutransportieren. Dort hatten wir dann vor, den Übeltäter eigenhändig zu entfernen. Durch gutes Zureden unserer Mitbewohner haben wir uns doch überreden lassen ins Krankenhaus zu fahren. Gesagt, getan…wir nahmen das nächste Taxi in Richtung BIMC, das wahrscheinlich teuerste aber bekanntlich beste Krankenhaus auf Bali. Als der Taxifahrer von der akuten Situation der Patientin Richter erfuhr, brachte er uns sicher, aber im Affenzahn mit Hupe und Lichthupe, an unser Ziel. Im BIMC angekommen wurden wir bereits an der Eingangstür von einer Art Page empfangen. Irgendwie komisch…in Deutschland wird man höchstens vom Nachtwächter mit folgenden Worten begrüßt werden: Na ganz schön spät, Leute! Getränkeunfall? Ich hoffe Ihr habt Zeit mitgebracht, kann länger dauern. Und so waren wir freudig überrascht als wir vor einer Art Hotelrezeption freundlich empfangen wurden. Die Empfangsdamen stellten sich mit Namen vor, baten uns einen Sitzplatz an und informierten sich alle 2 Minuten nach dem Wohlbefinden der Patientin. Einen Cappuccino später (auf einer Skala von 1-10 hat dieser definitiv eine 12 verdient und war dazu noch kostenfrei) wurden wir von einem freundlichen Krankenpfleger ins Behandlungszimmer begleitet. Da man in solchen Hospitälern zahlender Gast ist, darf man sich praktisch alles erlauben. So hatte ich das Privileg Fotos vom schmerzverzehrten Gesicht der Patientin zu machen und die weitere Behandlung per Video zu dokumentieren. Eine freundliche Ärztin betrat das Zimmer, bestätigte meine Erstdiagnose und erklärte der Patientin nun in detaillierten Ausführungen das Was und Warum der nächsten Schritte. In Deutschland wäre das Ganze ungefähr wie folgt abgelaufen (Entschuldigung Tini, ich weiß, dass Du die liebste Krankenschwester der Welt bist): 3 Stunden Wartezimmer. Bei Nachfragen, wann man denn selbst an der Reihe wäre, fragende Blicke oder Antworten wie „das wissen wir auch nicht, nehmen Sie im Wartezimmer Platz (außerdem bekommen wir hier nen Hungerlohn, sind frustriert weil wir uns gegenseitig mobben und hassen diese Scheiß-Nachtschichten)“. Irgendwann darf man dann weitere 30 Minuten im Behandlungszimmer warten. Wird dann gefragt warum man damit nicht bis zum nächsten Tag warten konnte, um zu seinem Hausarzt zu gehen. Die Behandlung läuft dann wie ein Stummfilm, danach geht`s dem Patienten besser, er weiß aber nicht warum, weil ja keiner mit ihm gesprochen hat!

Zurück zur Patientin Richter und der Operation Zehennagel. Dr. Andrew verpasste ihr 3 große Spritzen mit circa 10 Einstichen…die Patientin biss die Zähne zusammen und ich bekam Phantom-Schmerzen, dann ging alles ganz schnell: Zange raus. Angesetzt. Nagel raus. Blutige Angelegenheit. Sie zeigte uns darauf hin, wie man die Wunde verbinden muss und entschuldigte sich schon mal profylaktisch dafür, dass der Verband am nächsten Tag durch einen anderen aber durchaus fähigen Arzt gewechselt werden würde. Und da haben wir wieder einen Unterscheid zu Deutschland: Wir freuten uns auf den nächsten Besuch im BIMC und den weltbesten Cappuccino! Das Einzige Übel dabei ist der Preis: In Deutschland macht`s die Kasse, hier der Patient und lässt summa summarum 3 Mio Indonesische Rupieh (circa 250 Euronen).

Inzwischen übe ich mich als Wundschwester und möchte behaupten, dass ich das gut meistere. Bis die Wunde mit normal gefärbter Haut verdeckt ist, darf Madlen nicht ins Wasser…sie müffelt dadurch schon ein Wenig :-). Bis dahin versuchen wir die psychischen Schäden zu rehabilitieren und ihr den Aufenthalt im Hospital Villa Oasis so angenehm wie möglich zu gestalten.

So meine Mädels: Ich hoffe Ihr fahrt weiterhin so vorbildlich, Ihr Mäuse! Auch meinen treuen Lesern wünsche ich eine allseits gute Fahrt! Wir fahren immer schön links, Ihr dafür rechts…vergesst nicht zu winken und ab und zu nach indonesischer Manier zu lächeln :-).

Ich bedanke mich fürs Kommentieren und sage Sampai Jumpa, Eure Mareen

 

14.11.12 04:55


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Schreib doch mal wieder Blog! - Oder: Ferien der Extraklasse

Liebste Freunde der anspruchsvollen Bettlektüre,

auch heute möchte ich versuchen Euch unser Erlebtes unter Hochspannung zu schildern, so dass Ihr keine Angst haben müsst narkotisch einzuschnarchen.

Um uns von unseren Strapazen an der Uni zu erholen, hat uns die Udayana University für genau 2 Wochen ne kleine Pause eingeräumt – So starteten wir in unsere wohlverdienten Ferien. Hochmotiviert und vom Wunsch getrieben mehr von Indonesien zu sehen, versuchten wir ein geeignetes Ziel zu finden. Man könnte uns quasi als unvorbereitete und völlig spontane Last-Minute-Bucher bezeichnen: Die Situation 2 Tage vor Abreise – Hilfe!!! planlos, pleite, unorganisiert ABER fest entschlossen!

Die Entscheidung fiel zunächst auf 5 Tage Erholungsurlaub auf den Gili-Islands. Aber das konnte es noch nicht gewesen sein! Nach langem Suchen und dem Internet sei es gedankt, haben wir super günstige, auf unseren Geldbeutel zugeschnittene Flüge nach Sulawesi ausfindig gemacht. Es stand also fest! Ja was eigentlich? Wo verdammt ist Sulawesi? Was kann man bitte schön dort machen? Und wer hatte eigentlich die Scheiss-Idee auf diese Insel zu fliegen?

Aber zurück zu den Gilis, sozusagen unser Part 1 von Ferien der Extraklasse

Annemarie, Madlen, Ina und ich starten mit dem Speed-Boot in Richtung Trauminseln. Nach 1,5h Fahrt bei recht ruhiger See kamen wir auf Gili-Trawangan, der größten Insel, an, um von dort aus mit einer Art Fischerboot nach Gili-Air zu schippern. Auf Gili Air hieß es nun, nach einer schönen Unterkunft zu suchen. Die Stimmung unter uns Mädels: Ich bin müde und habe Hunger! Ich muss mal pinkeln! Ich will nicht laufen! Warum habe ich eigentlich so viel eingepackt? Und wo verdammt sind die Typen, die in Bali an jeder Ecke stehen, um Dir einen Transport anzudrehen!? Man muss wissen, dass die Gilis Auto- und Motorroller-freie Inseln sind. Dafür gibt es allerdings Pferdekutschen. Wir charterten ein solche und haben glücklicherweise Obdach im gemütlichen Damai-Homestay gefunden. Jetzt dürft Ihr mal raten, was wir als erstes auf der Insel gemacht haben, die als Schnorchel- und Badeparadies bekannt ist. Weil wir praktisch immer Hunger haben und dieser bekanntlich böse macht, waren wir erst mal schick Essen. Die restlichen Tage verbrachten wir damit in der Sonne zu brutzeln und beim Schnorcheln die wohl weisesten Bewohner des Ozeans zu treffen. Mit Geduld und Glück sahen wir die Schildis morgens und nachmittags an der Riffkante und verloren dabei jegliches Zeitgefühl. Jeden Morgen…man glaubt es kaum…standen wir 4:45 Uhr auf, um den Sonnenaufgang hinterm Rinjani auf Lombok zu bestaunen. Bisher lief alles glatt, komisch irgendwie – Die Ruhe vor dem Sturm? Wenn einer eine Reise tut, hat er viel zu erzählen – Oder: Wenn wir auf Reisen sind, lassen wir nix aus! Kurzum: Stromausfall für 12h, Ina hat`s entschärft – Bettruhe, Abreise Gili-Air.

Die letzten 2 Tage verbrachten wir auf Gili Meno: ruhig, ruhiger am ruhigsten!!! Auch dort fanden wir ne super Unterkunft in der Tunai-Bungalowanlage. Swandee, einer der Mitarbeiter, versuchte uns mit Palmwein und Lagerfeuer als Freunde des indonesischen Liedgutes zu gewinnen. Mission nicht geglückt! Schön war`s trotzdem…Danke Swandee

So jetzt ist aber mal Schluss mit der Erholung. Bald sollte es nach Sulawesi gehen. Die Vorfreude war groß. Jetzt hatten wir uns auch intensiv informiert und waren quasi vorbereitet. Oder doch nicht?! Stimmung 1 Tag vor Abreise nach Sulawesi: Ich will endlich braun werden! Das heißt ich will und schon lange nicht mehr ich möchte! Ich habe keinen geeigneten Rucksack! Scheiße 7kg Handgepäck, wie soll ich das machen? Wie jetzt, ich muss meine Bodylotion zu Hause lassen?! 3 T-Shirts für 6 Tage…ekelhaft!

Die Mission Ich packe meinen Rucksack und beschränke mich auf das Wesentliche ist geglückt. Und so starteten wir 4 Mädels mit insgesamt 19 kg Reisegepäck in Richtung

Abenteuer Sulawesi

In dem Bewusstsein, dass wir nach unserer Landung exakt 30 Minuten Zeit hatten, um den Nachtbus nach Rantepao im Hochland von Toraja zu erreichen, starten wir unser ganz persönliches Abenteuer doch recht entspannt. Wenn Engel reisen, lernen Sie manchmal auch fliegen. Und so trugen uns unsere Flügel und der schnellste Taxifahrer von Sulawesi im Tiefflug zur Busstation. Für umgerechnet 10 Euro polterten wir im Deluxe-Schlafbus über die gewöhnungsbedürftigen Strassen. Wahnsinn, wie das übrigens in einem so unorganisierten Land funktioniert. Selbst bei den Pinkelstopps wurde darauf geachtet, dass keiner verloren geht…oder sollte das wohl daran gelegen haben, dass wir die einzigen Westeuropäer weit und breit waren?! Übrigens sind wir jetzt Profis im Lochpinkeln mit 100-prozentiger Treffsicherheit. Nach 8-stündiger Fahrt sind wir wohlbehalten und für unsere Verhältnisse relativ gut gelaunt in Rantepao angekommen. Ja und nun? Standen wir da an der dreckigen Strasse, um uns versammelten sich die Frühaufsteher der Stadt und wir dachten Wo ist Imanuel? Wir hatten uns nämlich zum ersten Mal vorbereitet: Im Voraus nahmen wir Kontakt zu einem Einheimischen auf, der uns von Freunden empfohlen wurde. Er hielt sein Wort, brachte uns in einem familiären Homestay unter und sollte unser treuer Begleiter für die nächsten 3 spannenden Tage sein. Ohne ihn hätten wir wahrscheinlich nur halb so viele tolle und gruselige Erlebnisse gehabt. Ich gebe mein Bestes und versuche Euch unsere Eindrücke wenigstens annähernd lebendig zu beschreiben. Nach einem kleinen Frühstück begaben wir uns in die Tiefen der Toraja-Kultur. Die Toraja haben eine ungewöhnliche Art mit dem Tod umzugehen. So behalten sie ihre Verstorbenen, mit Formalin mumifiziert, bis zu 15 Jahre im Haus. In dieser Zeit gilt der Verstorbene als krank und wird sogar bei den Mahlzeiten der Familie eingeplant. Wenn der Zeitpunkt der Beerdigung gekommen ist, wird eine 3-tägige Zeremonie durchgeführt, die man durchaus als ein einziges Gemetzel bezeichnen könnte. Wir hatten das Glück einer solchen beiwohnen zu dürfen. Im Gepäck eine Stange Zigaretten als Gastgeschenk und keine Ahnung was uns erwarten würde, sollten wir uns bald zwischen Faszination und Schockzustand befinden. Wir hätten es eigentlich wissen müssen, denn das Geräusch, was wir bereits von weither vernommen haben, kannten wir: Schreiende Schweine! Achtung ich switche: Ein paar Stunden zuvor stapften wir über den Schweine- und Wasserbüffelmarkt. Dort werden die armen Viecher unter schlimmen Bedingungen zum Verkauf angeboten. Die Schweine sind auf der Seite liegend an Bambusrohren festgebunden: schreiend, mit Schaum vorm Maul, kollabierend. Halt Stop: Der Tierschützer in mir wollte eins oder am besten gleich alle frei kaufen…aber die hatten echt Schweinepreise. Den Büffeln hingegen ging`s gut: die konnten überall hinkacken, mit dem Schwanz wedeln und kleine Touristen, wie mich, anniesen . Zurück zur Zeremonie: Brennender Gestank nach Feuer. Greise, die genüsslich an ihrer Zigarette ziehen. Männer, die Gedärme in Bambusrohren über den Flammen brutzeln. Unbeschwertes Kinderlachen. Auf Palmenwedeln liebevoll drapierte Schweinehälften. Noch lebende Schweine, die auf den toten ihrer Art abgelegt wurden. Kaffee und Kuchen. Der Schlächter schärft seine Messer. 4 sprachlose Mädels.

Wir hatten die Ehre, direkt unterhalb des hochaufgebauten Sarges direkt bei der Familie des Verstorbenen Platz nehmen zu dürfen. Kaffee und Kuchen hätten wir am liebsten abgelehnt, aber aus Höflichkeit zu uns genommen. Nun erlebten wir 3 Stunden voller Grausamkeiten, einer herzlichen Gastfreundschaft, Trauer und Freude. Freunde und Verwandte der Familie brachten Schweine als Opfergeschenke, die Frauen bereiteten das Essen für die Trauergemeinde vor und Kinder streichelten den Wasserbüffel, dessen Zeit bald abgelaufen sein sollte. Die Familie diskutierte hin und her und beschloss, dass es jetzt passieren sollte: Durch die Opferung des ersten Wasserbüffels wird die Leiche des Verstorbenen tatsächlich als tot erklärt. Der Büffel wir an Holzpflöcken festgemacht, der Henker raucht eine Zigarette und dann ging alles ganz schnell. Aus der Kehle spritzt Blut, der Büffel schlägt aus und geht schließlich zu Boden. Uns schnürte es die Kehle zu: Sprachlos. Atemlos. Gelähmt. Der Himmel von Fliegenschwärmen schwarz gefärbt. Weinende Menschen. Ein kleiner Junge klopft mir auf die Schulter und lächelt mich an.

Nach der Zeremonie wird der Tote im Sarg über Umwege und durch Schütteln zu seiner Grabstätte gebracht. Dies wird gemacht, damit sich der Tote den Weg nicht merken und eventuell zurück ins Dorf kommen könnte. Die Grabstätten sind offene Höhlen oder Felsen, in denen überall Skelette und Schädel herum liegen. Die Verwandten kehren regelmäßig zurück, um den Toten mit dem zu beschenken, was er am liebsten hatte. Wir werden den Anblick eines Sarges nicht vergessen: ein offen daliegendes Skelett ist überschüttet mit Zigaretten...hat ziemlich zufrieden ausgesehen, der Kumpel .

Dann hatten wir Wandertag: Ja Ihr lest richtig, ich bin freiwillig weiter gelaufen als mein Roller lang ist. Unsere 4-stündige Wanderung auf 1500m Höhe führte uns durch den Dschungel, vorbei an kleinen Dörfern und auf die schönsten Reisterrassen der Welt.

Unsere ständigen Begleiter waren die Paparazzi. Einfach jeder wollte uns. Wir wurden gefilmt, fotografiert und natürlich angefasst. Bitte lächeln! Jetzt weiß ich, was die Klum immer mit stressigem Job meint.

Die letzten 2 Tage verbrachten wir in Bira, fernab vom Hochland an einem der schönsten Strände, den wir je gesehen haben.

Unser Resümee: Sulawesi war krass, Kulturschock macht Spaß und wir sind dankbar, dieses Fleckchen Erde gesehen zu haben. Danke Imanuel!

Zusammenfassend haben die Mädels wieder ein paar Worte für Euch in den Raum geschmissen. Aus Scheiße machen wir gewöhnlich Bonbons J. Die Interpretation obliegt wie gehabt der Verfasserin dieses Blogs.

Außergewöhnlich ungewöhnlich: Das ist Madlens Art zu sagen Ich bin bereit für Neues. Ich glaub das Mäusl kann keiner mehr stoppen. Die ist hart im Nehmen: Sie hat sogar, als man uns die Reisegruppe „Flitzekacke“ nannte, noch Mie mit Iiihhh und Reis mit Scheiß gegessen. Danke übrigens, dass Du trotz der „kleinsten“ Handtaschen immer alles einstecken hast, was eine Frau so braucht.

Gegensätze ist Annemaries Botschaft und ihre Art zu sagen Ich will nach Hause. Sie vermisst Ihre Liebsten daheim schon sehr, will zurück zu Ihrem Ivo und kann`s kaum erwarten mir ihren Mädels zu schnacken. Gleichzeitig macht sie als Sonnenanbeter auf Bali ne ziemlich gute Figur. Deswegen behalten wir sie einfach noch ne Weile in den wärmeren Gefilden und schicken sie zu Weihnachten mit Schleife nach Hause.

Inas Wort lautet Wurzeln: Das ist Inas Art zu sagen Ich hab von meinen Eltern viel gelernt. Auf die beiden ist sie nämlich besonders stolz. In gefährlichen Situationen zitiert sie gern ihren Papa, der ihr als Kind immer sagte: „Schau auf die Wurzeln, dann kannst Du auch nicht purzeln!“ Dieses Zitat hat uns wahrscheinlich vor schweren Brüchen und Bänderrissen verschont. Danke :-)

Voll erwischt ist meine Liebeserklärung: Mich hat`s vor fast 9 Jahren voll erwischt. Ich bin unendlich dankbar, Dich an meiner Seite zu haben. Du gehst mit mir durch dick und dünn, bist mein bester Freund und geliebtes Herz. Du holst mich runter, wenn ich mal wieder auf die Palme krabbel` und hast mir gezeigt, dass Ordnung manchmal nur das halbe Leben ist. Danke, dass es Dich gibt! Michael Pohlan, Ich liebe Dich

 

So liebe Lesegemeinde. Ich hoffe Ihr seid nicht weggenickt und konntet Euch amüsieren.

Wir haben Euch alle lieb und sagen Tschüß bis zum nächsten Mal,

Eure Weltenbummler.

 

 

6.11.12 09:21


Gebrauchsanleitung Leben – Oder: Auf der Suche nach dem großen Ganzen

Für Alice

Liebe Leser,

auf vielfachen Wunsch melde ich mich mit den neuesten Nachrichten aus Bali. Sorry, dass ich Euch so lang hab warten lassen. Aber ob Ihr`s glaubt oder nicht: Die Tage vergehen wie im Flug…ich glaub, hier dreht ständig einer am Wecker. Naja und die Mädels haben so ihre Zipperlein, um die ich mich kümmern muss :-). Vici braucht ihre Streicheleinheiten, Madlen hatte kurzzeitig keinen Rasierschaum mehr, Krissi braucht dringend den Pony geschnitten, Annemarie vermisst das Kasseler von Viola und Ina hatte den Sommer niemals als so heiß in Erinnerung. Aber keine Sorge, ich hab hier alles im Griff und halte die Schnecken bei Laune.

Heute geht der Blog in eine, sagen wir mal, philosophische Richtung. Ich möchte fast behaupten, ich habe mich von den Menschen und deren Lebenskunst beeindrucken lassen. Die die mich kennen, wissen, dass dies nicht häufig passiert :-). Es ist einfach über mich herein gebrochen…und wie mein Opa schon oft zu mir sagte: Schreib`s auf, denn was einmal geschrieben ist, bleibt auch später unverblümt. Also versuch ich`s mal mit den richtigen Worten zu beschreiben, um es wenigstens annähernd realitätsnah zu machen.

Die Frage nach dem Sinn und dem Geheimnis des Glücks hat sich sicher jeder von Euch schon einmal gestellt. Hier auf Bali hat man den Eindruck, dass denen hier jemand gesteckt hat, worum es im Leben geht. Diese großartigen Menschen glänzen mit Bescheidenheit und überzeugen gleichzeitig mit einer unbeschreiblichen Lebensfreude. Lässt man den Glauben an die Götter einmal außen vor, könnte man denken, die haben einen Plan.

Die Spezies des Westeuropäers lässt sich dagegen wie folgt beschreiben: Immer auf der Suche nach etwas Höherem, gehetzt von dem Wunsch nach dem dicken Gewinn, die große Liebe zu finden und am Ende als der Beste ins Ziel zu laufen…verpasst er doch genau das, nach was er im Grunde sucht: Das große Ganze?!

Die Balinesen leben beinah mittellos und teilen dennoch ihre Energie mit Dir. Ein Lächeln von den Geheimnisträgern kann Dir den ganzen Tag retten. Momente leben steht hier ganz oben auf der Tagesordnung.

Also Leute, fangt an zu leben und hört endlich auf ständig das Gefühl haben zu müssen, irgendwas verpasst zu haben. Wer nie aufhört zu suchen, verliert sich am Ende selbst.

Gebrauchsanleitung Leben: Man nehme ein Gramm Gelassenheit, mische es mit ganz viel Liebe, nehme sich die Zeit dazu und koche es mit einer gewissen Bestimmtheit. Die Einnahme sollte ab diesem Punkt täglich erfolgen und nie in Vergessenheit geraten! Nach ein paar Wochen kann man sich selbst die Frage stellen: Lebst Du schon oder suchst Du noch?

So und jetzt ist Schluss mit dem Geschwafel. Seit dem letzten Blog haben wir ne Menge erlebt. Bali hat viele Facetten. So haben wir an Traumstränden gelegen, haben uns durch Dschungel gekämpft und unsere Vorfahren im Monkey Forest bei Ubud besucht. Um dem ausdrücklichen Wunsch von Pascal nachzukommen, werde ich Euch in meine erste Unfallgeschichte einweihen. Andere bauen Unfälle mit dem Roller, stolpern über Steine oder verletzen sich beim Surfen. Mareen macht`s anders: Typisch ich und ganz nach Klischee hat sich die Inge aufgemault. Elegant und filmreif habe ich mich mit einem affengeilen Rutsch in den Affenwald gleiten lassen. Da hat doch tatsächlich so ein Arschlochaffe die Überreste seiner Banane, also die Schale, vor meine Füße geschmissen und wartete hinterlistig darauf, dass ich komme und ihm den Tag versüße. Wie konnte es anders sein: Ich trete auf die Schale und die materielle Beschaffenheit und Konsistenz erlaubte es, mich dem Asphalt näher zu bringen. So ging ich mit einem athletischen Spagat zu Boden und hatte die volle Aufmerksamkeit einer japanischen Reisegruppe und die Lacher von den Mädels und Pascal auf meiner Seite. Ergebnis: Knie kaputt und Psyche angekratzt :-).

Die letzten 3 Tage haben wir zusammen mit Pascal eine Tour in den Norden gewagt. Wir haben in sehr guten bis sehr schlechten Unterkünften geschlafen, seht gut bis unterirdisch schlecht gegessen, beeindruckende Wasserfälle gesehen, mit Indonesiern am Strand gesungen, Delfine gesehen und die Muskulatur unseres Hinterteils einer Langzeitstudie unterzogen. Wir sind gut aber mit blauen Ärschen gelandet. Jetzt heißt es erst mal entspannen und Ranzen packen, ab morgen geht`s wieder zur Uni.

Weil mir nichts mehr einfällt und die Mädels schon wieder rufen, werde ich zum Schluss kommen. Ich verspreche meinen Lesern ab heut eine regelmäßige Berichterstattung.

Ich sag Sampai Jumpa und danke für`s Lesen.

Eure Inge

 

@ Alice: Wir vermissen Dich sehr in der Villa…vor allem Deine ganz besondere Stimme. Wir hoffen, dass es Dir gut geht und Du Good Old Germany rockst. Schmatz nach Kölle :-)

7.10.12 09:34


Niveau ist keine Creme und Kiri nicht nur Käse – oder: Das Spiel ohne Regeln

32 Grad. Stürmische See. Chaos aus Staub. 6 Mädels auf Bali…

Nach einer unsanften Landung hier im Land der Höflichkeit meldet sich Eure rasende Reporterin mit den Daily News aus Kerobokan.

Ein freundliches Selamat pagi an alle Weltenbummler und Daheimgebliebenen. Liebe Muttis und Vatis: Euren Erben geht es super…sie sind alle wohl auf, normale Temperatur, Kreislauf stabil, Puls geht ganz normal, Stuhlgang regelmäßig und fest. Ich habe mich hier übrigens umgeschaut: Wir sind die Geilsten hier J

Damit ich allen Mädels gerecht werde, hat mir jede Grazie ein Wort für Euch mit auf den Weg gegeben. Interpretation und Ausführungen obliegen selbstverständlich der Verfasserin. Aber dazu später mehr.

So und jetzt geht’s los:

Die ersten Eindrücke und Emotionen reichten von Wow, das ist das Paradies und ich will für immer hier bleiben bis hin zu Mutti, hol mich bitte ab. Wir haben uns inzwischen eingelebt und uns daran gewöhnt, einfach alles anders zu machen als im geordneten Deutschland. Wir wohnen in einer wunderschönen Villa mit Pool. Annemarie und Madlen haben sogar einen kleinen Garten im Bad…kurz: Kacken im Paradies.

Nun zur wichtigsten und schönsten Sache der Welt…Nein, nicht was Ihr denkt Ihr kleinen Ferkel  J sondern ESSEN: Man kann hier ganz wunderbar und zum Teil bedenkenlos in den Warungs essen gehen. Außerdem ist das günstiger und zeitsparender als selbst zu kochen…unserer erster Besuch im Carrefour (französischer Supermarkt) hat ganze 3 h gedauert und uns um ca. 120 Euro ärmer gemacht. Das Argument, dass Frauen immer so lang brauchen und zu viel Kohle verbraten, zählt nicht!

Die ersten Tage in der Uni waren so lala. Alles in indonesischem Englisch…und das wo doch unser Oxford not the yellow from the egg ist. Aus Überzeugung sage ich, dass das Niveau uns trotzdem nichts abverlangen wird. Jede Woche gibt es Exkursionen, die wir selbst planen und kalkulieren müssen. Krisi, Vici und Annemarie waren gestern in Tanah Lot (der wohl bekannteste Meerestempel) und haben Kautschuk-Planatagen besucht. Ina, Madlen und ich werden morgen die Tauchbasis in Tulamben unsicher machen.

Nun möchte ich Euch an die wohl spannendste aber auch gefährlichste Angelegenheit heran führen: das Rollerfahren. Jeder von uns ist im Besitz von einem 110 ccm Roller (Honda Varios) und inszwischen aktiver Verkehrsteilnehmer am Spiel ohne Regeln. An alle, die es mal versuchen möchten: Fahren Sie bitte immer bei Rot, stoppen Sie niemals bei einer Polizeikontrolle und führen Sie bitte nie mehr als 50000 Rupieh Bestechungsgeld mit sich. Dieser Verkehr eignet sich besonders für die Zielgruppe, die (das) Hupen ;-) mag. Hier herrscht außerdem Linksverkehr…also immer schön kiri bleiben und kanan (rechts) grüßen. Wir haben uns gezwungener Maßen an das Chaos gewöhnt. Schon komisch, dass wenn man um etwas nicht umher kommt, über sich hinaus wachsen kann. Wenn also irgendjemand von Euch Schnuckis glaubt etwas nicht zu können, dann sollte er es tun.

Heute haben wir die Quelle der positiven Energie aus dem Haus in Richtung Lombok ziehen lassen. Mister Pascal, ein Freund von Ina, war für einige Tage unser Special Guest. Während dieser Zeit hat er maßgeblich zur Erheiterung beigetragen. Ich glaub ich spreche für alle, wenn ich sage, dass ich selten einen Menschen getroffen habe, der eine solche Leichtigkeit und Lebensfreude ausstrahlt. Dieser Mann hat übrigens auch Talent zum Hausmann und Reiseleiter. Lieber Pascal, im Namen der Mädels: Danke fürs Waschen, Kochen, Bügeln und einfach Dasein. An die Liebsten Daheim: Das ist keine Liebes- sondern eine Freundschaftserklärung.

So liebe Liebenden, wenn sich jemand denkt Wo sind die Worte hin? Hier sind sie:

Annemaries Wort an Euch lautet Pura, was so viel heißt wie Tempel. Die Pura haben etwas Mystisches, strahlen aber gleichzeitig etwas Vertrautes, Familiäres aus. Man fühlt sich auf Bali überall willkommen…vielleicht ist dies das geheime Paradies?!

Madlen möchte Euch den Pandawa Beach nicht vorenthalten. Diesen Strand haben wir auf unserer letzten Tour mit Pascal besucht. Ein weißer Traumstrand mit Seegras-Plantagen. Wir haben uns ein paar Mal verfahren…bekanntlich ist ja aber der Weg das Ziel!

Kristin widmet Ihr Wort der wichtigsten Sache J Essen. Ihr Wort lautet Mie Goreng. Nudeln, das Nahrungsmittel mit den meisten Glückshormonen. Auf das dieses Feeling unser Begleiter bleiben mag!

Victoria-Sophie möchte gern, dass ich Made unseren Rollervermieter erwähne. Made heißt der Zweitgeborene. Ich schließe daraus, dass Vici froh ist, endlich Geschwister zu haben. Lasst uns so weiter machen Mädels! Streiten wie Geschwister ohne nachzutragen und tanzen als geb`s keinen Morgen mehr!

Inas Wort ist Frangipani, die Blüte eines Baumes. Er blüht in verschiedenen Farben, wie zum Beispiel gelb oder rot. Wenn man nun diesen Baum mit unserer WG gleichsetzt, dann könnte man wohl sagen, dass dieser ziemlich beschissen aussehen würde, wenn nicht alle Frangipani blühen würden. Ein schöner Ansatz, liebe Ina!

Mein Wort ist Mosquito: Wenn ich das Schwein erwische, was mich letzte Nacht so zerstochen hat!!!!

 

So Ihr Schnecken, das war`s für Erste.

Bis zur nächsten Meldung, möchte ich Euch bitten, Eure Hausaufgaben zu machen und eine Schätzfrage zu beantworten. Was glaub Ihr, kostet hier der Liter Benzin? Den übrigens in Absolut Vodka Flaschen zu kaufen.

Wir senden sonnige Grüße an alle Muttis, Vatis, Schwestern, Brüder, Freunde und Schatzis. Wir lieben Euch und denken mindestens 1000mal am Tag an Euch.

Wir sagen Tschüß und bis bald, Eure Süßen.

 

PS: Ich bedanke mich bei allen Lesern und freue mich auf viele Kommentare.


8.9.12 15:55





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